Samstag, 24. März 2007

Sklavenhandel boomt

Nur auf den ersten Blick verblüffend: nach dem Drogen- und Waffenhandel ist das Geschäft mit Sklaven das drittprofitabelste des Organisierten Verbrechens. Und Sklaven sind so billig wie nie zuvor, weil sich selbst das die Kriminalität nach den Regeln des Freien Markts richtet - der hier in grausamer Konsequenz zeigt, dass die versprochene Freiheit nur für die Wenigsten gilt.
Das Phänomen ist in Afrika und ganz besonders in Asien weit verbreitet. Rund 80% der Sklaven sind Frauen, insgesamt 50% unter 18 Jahre. Es ist ein Geschäft, das hauptsächlich mit Sex und der Arbeitskraft von Kindern betrieben wird, die in Afrika in großer Zahl von ihren Eltern verkauft werden - oft mit falschen Versprechen der Sklavenhalter, die Kinder könnten sich Geld für die Ausbildung verdienen. Sie schuften auf Plantagen und in Privathaushalten, ohne Bezahlung, nur für einen Schlafplatz und karge Nahrung. Die Behörden sind korrupt, und trotz der bestehenden Gesetze gegen Sklaverei helfen die Polizisten bei der Jagd und dem Wiedereinfangen entflohener Sklaven.
Besonders auffällig ist der geringe Preis der Sklaven, sowohl materiell als auch in ihrem Wert. Während ein Sklave für den Plantagenbesitzer aus Alabama 1850 eine echte, pflegenswerte Investition war und umgerechnet rund 30.000 Euro kostete, gehen heute in Afrika Kinder für 20 bis 30 Euro "über den Ladentisch", und selbst für Erwachsene muss selten mehr als 300 Euro bezahlt werden. Grund dafür ist das simpelste aller Gesetze des Freien Markts: Angebot und Nachfrage. Und dank der Überbevölkerung und dem Elend, durch den Freien Markt erst produziert, ist das Angebot entsprechend groß.

Kommentare:

  1. Hallo, die geschilderte Situation in Afrika ist wirklich schlimm. Glücklicherweise gibt es in Deutschland im Gegensatz zur Situation dort keinen Sklavenhandel. Es ist bedauerlich, dass die Art. 23 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in Afrika möglicherweise keine (oder nur eingeschränkte) Anwendung findet.

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  2. Ich finde Hartz4 in Kompination mit 1 Euro Jobs schon sowas wie Sklaventum, denn den Leuten bleibt keine andere Wahl. Entweder 1 Euro Sklavenjob oder Hunger!

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