Montag, 19. März 2007

Uni Münster: Student verantwortlich für die Einführung von Studiengebühren, Nachtrag

Ich kann es einfach nicht nur bei den Fundstücken liegen lassen: Max Brüggemann, jener RCDS und Junge-Unions-Karrierist, der Studiengebührenbefürworter von Münster, ist zu allem Überfluss auch noch in einer Verbindung. Doch nicht nur, dass sich der BWLer damit endgültig als konservativer Karrierist ohne jeden Anstand oder gar Empathie geoutet hat; nein, besonders "schön" ist auch seine Begründung für das Votum pro studiengebühren:
"Der Burschenschaftler argumentierte noch vor zwei Monaten: Wie stünde er denn künftig vor Arbeitgebern da, wenn er von der einzigen gebührenfreien Hochschule kommen würde."
Da fehlen einem echt die Worte. Wegen der Sorge um seine beschissene Karriere versaut er unzähligen Kommilitonen - auch zukünftigen - das Studium. Mir würde noch eine ganze Menge mehr zu dem Kerl einfallen, verstöße es nicht gegen jede Form von Anstand.

PS: Um nicht beständig auf äußere Quellen angewiesen zu sein, habe ich ihn per Mail um eine persönliche Stellungnahme gebeten, da man nie wissen kann, wie verfälschend die Medien berichten. Mal sehen, was er meint.

Nachtrag: Die taz hat inzwischen einen Leserbrief veröffentlicht, der auf den Fehler aufmerksam macht, dem ich auch aufgesessen bin: Brüggemann ist kein Burschenschaftler, sondern nur in einer Verbindung. Entschuldigung hierfür. Auch taz im Übrigen: ein differenzierter Artikel.

Kommentare:

  1. Der RCDS ist voller solcher "Karrieristen" (würde gern was anders sagen, aber will ja deinen Blog nicht in Verruf bringen^^).

    Die finden Studiengebühren toll weil dann die Hörsäle nicht mehr so voll sind uns sie ihre Laptops auspacken können.

    AntwortenLöschen
  2. Naja... irgendwie kann ich den Gutsten schon verstehen: Ich meine wie kommt man sich denn da vor, wenn man im Hörsaal sitzt und neben einem lungert so ein Mittelständler herum... Das ist doch schlimm!

    Nein, wirklich! Was sollen die Leute von mir denken, wenn ich BWL, also Taschenrechner bedienen und scheisse aussehen für Profis, an einer Uni studiert habe, zu der der Plebs Zugang hat. Man könnte mich mit dem Pöbel in Verbindung bringen!

    Ich trage mein Monokel übrigens auch im Bad...

    AntwortenLöschen
  3. Immer wieder ist es unglaublich zu sehen, was von Leuten wie Euch für polemische Kommentare kommen - von objektiver Berichterstattung kann auch beim feinen Herrn "freidenker" nicht die Rede sein. Informieren solltest Du dich vielleicht einmal darüber, ob dieser Mensch nun auch tatsächlich in einer Burschenschaft war (jaja und die haben doch auch Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermodet...genau). Katholische Verbindungen (und in so einer ist auch der in Rede stehende Max), sind wohl kaum Burschenschaften und noch nicht einmal mehr, wie diese es teilweise sind, politisch.
    Warum nenne ich dieses Beispiel?
    Es zeigt wie Linke - und mit gutem Recht bezeichne ich Euch einfach mal alle als solche (es ist ein Kompliment und nicht beleidigend, nehme ich an) - es tatsächlich schaffen, immer wieder die intoleranteste Liga darzustellen und sich dabei auch noch absolut niederer Mittel zu bedienen (den NS-Vergleich bzgl. Propagandamitteln etc. will ich hier mal außer Acht lassen). Die Euch fehlende Offenheit zu Dialogen trägt dazu bei, dass ihr langfristig in der Gosse landen werdet...es ist nämlich eine logische Konsequenz aus dem gemeinsamen (friedvollen) Streben von Menschen, dass Intoleranz Ablehnung und damit Ausgrenzung erfährt. Vermissen wird Leute, die sich der WELT verschließen letzendlich niemand.

    AntwortenLöschen
  4. Deine Kritik ist teilweise sicher berechtigt; Burschenschaften sind tatsächlich etwas anderes als Verbindungen. Ich korrigiere den Fehler.
    Allerdings hat das ganze auch nicht den Anspruch, objektive Berichterstattung zu sein - dieser Beitrag war in der Tat ganz persönlich motiviert. Ich hab leine Ahnung, wer Liebknecht und Luxemburg ermordet hat, und wenn es Burschis waren sagt das trotzdem nichts über die Burschis von heute.
    Und was die Meinungsfreiheit angeht: wie du sicher siehst, habe ich den guten Mann um eine Stellungnahme gebeten.

    AntwortenLöschen
  5. Nachtrag: In der taz ist die Rede vom "Burschenschaftler", und die Winifridia ist eine Burschenschaft.

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.